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"Einmal
Irbit und zurück"
Treffpunkt
aller Reiseteilnehmer ist Flughafen Köln/Bonn. Nach einigen
Wirrungen fährt der Shuttlebus los und findet dann erstmal
das Flugzeug nicht! Der Standort war falsch angegeben. Um 15.00h
mit fast einstündiger Verspätung hebt die Tupolew Richtung
Prag ab. Dort haben wir einen einstündigen Zwischenaufenthalt
und fliegen dann weiter nach Ekaterinenburg (früher "Swerdlowsk").
Die Landung erfolgt um 2.00h des nächsten Morgens - die sibirische
Ortszeit ist uns 4 Stunden voraus.
Mit übermüdetem Gleichmut überstehen wir die Wartezeit
vor der Paßkontrolle. Einzige Sorge: Werden die beiden Fahrer
immer moch auf uns warten? Das "Ziel unserer Träume"
liegt schließlich noch einen 300-km-Ritt entfernt!Aber
kein Problem - ein Mercedes und ein Wolga stehen zu unserer Beförderung
bereit.
Über die mit Schlaglöchern und Dreck übersäten
Straßen rauschen die beiden Wagen in gewagtem Slalom durch
die kühle, nebel-feuchte Nacht. Nach und nach kriecht die Müdigkeit
un uns allen hoch. Um 6.00 Uhr früh erreichen wir Irbit.
Die Autos halten vor einem heruntergekommenen dreckig-braunen
Plattenbau.
"Das
ist aber nicht unser Hotel, oder?!"
"Doooch!"
Wir beziehen unsere Zimmer, die wir an dieser Stelle nicht beschreiben
wollen. Völlig schlaftrunken übergibt und die Etagen-Dame
ein paar Handtücher - so früh ist hier für gewöhnlich
wohl noch niemand auf. Frühstück gibt es erst ab 9.00h!.
Nach
dem Frühstück bestehend aus einem Gurken-Tomaten-Salatteller,
sowie anschließend einem weichgeklopften Stück Fleisch
mit gestiftelten, gebratenen Kartoffeln und einer Tasse Kaffee machen
wir uns auf den ersten Erkundungsgang.
Das Wetter hat sich gebessert. Die Sonne spiegelt sich freundlich
auf den Stellen der nassen Straße, auf denen noch Teer zu
finden ist. Trotzdem müssen sich die verwöhnten deutschen
Augen erst an den Anblick von Schlammlöchern, verfallenen Mauern,
vermodernden Holzhäusern, abblätternden Anstrichen und
Bauruinen gewöhnen.
Tatsächlich fahren in Irbit unzählige URALs herum. Sehr
bemerkenswert ist aber die Art und Weise, wie diese Gespanne gefahren
werden. Da nimmt niemand den Beiwagen in der Kurve hoch oder dreht
ungeduldig am Gasgriff! Auch ist es auf den hiesigen Straßen
völlig unerheblich, ob die Räder nun rund sind oder nicht
- und die Spritzdecke ist nicht da, um den Beiwagen vor dem Eindringen
von Regenwasser zu schützen, sondern den Passagier vor Straßendreck.
Der eingefleischte Beifahrer hält nämlich die Decke
mit einer Hand über die Nase, bis unter die Augen....
Wir beginnen Verständnis dafür zu entwickeln, warum es
wohl russischen Gespannherstellern häufig schwer fällt,
unsere europäischen Forderungen zu verstehen.....
Nach dem Mittagessen fährt uns Johann herum. Wir sehen das
URAL-Werk von außen, besuchen eine KFZ-Werkstatt, in der gerade
einige Cross-Dreiräder großteils auf Ural-Basis für
das Rennen zu Ehren des Geburtstags von Iogana Schwarza (=Johann
Schwarz) am nächsten Tag hergerichtet werden und lernen, dass
es auch in Rußland eine "TÜV"-Stelle gibt,
an der gerade ca. 30 Gespanne und haufenweise Autos auf ihre Prüfung
warten. Diese technische Überprüfung muss einmal pro Jahr
durchgeführt werden und wird in den Fahrzeugpapieren quittiert.
Für
Montag ist der Besuchstag im Ural-Werk angesagt. An diesem Morgen
trauen wir unseren Augen kaum, als wir zum Fenster hinausblicken.
Der Boden ist schneebedeckt und es ist eisig kalt, was unsere Laune
in keinster Weise beeinträchtigt....
Und
hier gibt's nun Bilder und Beschreibungen vom
vorort
in Irbit. Ein unvergessliches Erlebnis....
Anmerkung: Text: ef-tech, Bildmaterial
teilweise der Reiseteilnehmer
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