Dnepr und Ural


Die Geschäftsreise zum Ural-Werk in Irbit/Sibirien...

  Ural

Links, das ist das Anfang 1999 vom Werk Ural in Irbit vorgestellte neue Firmenlogo. Bisher hat sich dies allerdings bei uns irgendwie noch nicht so recht durchgesetzt...

 

Brett-ef-tech auf Reise
Rechts:  Mai 1999 Gruppenbild
im Ural-Werk in Irbit, Sibirien
von links: Jörg Warnke, Johann Schwarz,  Stefanie Richter, Jochen Brett, Alois Löw sowie Vater und Sohn GOSSIE

"Einmal Irbit und zurück"

Treffpunkt aller Reiseteilnehmer ist Flughafen Köln/Bonn. Nach einigen Wirrungen fährt der Shuttlebus los und findet dann erstmal das Flugzeug nicht! Der Standort war falsch angegeben. Um 15.00h mit fast einstündiger Verspätung hebt die Tupolew Richtung Prag ab. Dort haben wir einen einstündigen Zwischenaufenthalt und fliegen dann weiter nach Ekaterinenburg (früher "Swerdlowsk"). Die Landung erfolgt um 2.00h des nächsten Morgens - die sibirische Ortszeit ist uns 4 Stunden voraus.
Mit übermüdetem Gleichmut überstehen wir die Wartezeit vor der Paßkontrolle. Einzige Sorge: Werden die beiden Fahrer immer moch auf uns warten? Das "Ziel unserer Träume" liegt schließlich noch einen 300-km-Ritt entfernt!
Aber kein Problem - ein Mercedes und ein Wolga stehen zu unserer Beförderung bereit.
Über die mit Schlaglöchern und Dreck übersäten Straßen rauschen die beiden Wagen in gewagtem Slalom durch die kühle, nebel-feuchte Nacht. Nach und nach kriecht die Müdigkeit un uns allen hoch.  Um 6.00 Uhr früh erreichen wir Irbit. Die Autos halten vor einem heruntergekommenen dr
eckig-braunen Plattenbau.
"Das ist aber nicht unser Hotel, oder?!"
"Doooch!"
Wir beziehen unsere Zimmer, die wir an dieser Stelle nicht beschreiben wollen. Völlig schlaftrunken übergibt und die Etagen-Dame ein paar Handtücher - so früh ist hier für gewöhnlich wohl noch niemand auf. Frühstück gibt es erst ab 9.00h!.

Nach dem Frühstück bestehend aus einem Gurken-Tomaten-Salatteller, sowie anschließend einem weichgeklopften Stück Fleisch mit gestiftelten, gebratenen Kartoffeln und einer Tasse Kaffee machen wir uns auf den ersten Erkundungsgang.
Das Wetter hat sich gebessert. Die Sonne spiegelt sich freundlich auf den Stellen der nassen Straße, auf denen noch Teer zu finden ist. Trotzdem müssen sich die verwöhnten deutschen Augen erst an den Anblick von Schlammlöchern, verfallenen Mauern, vermodernden Holzhäusern, abblätternden Anstrichen und Bauruinen gewöhnen.
Tatsächlich fahren in Irbit unzählige URALs herum. Sehr bemerkenswert ist aber die Art und Weise, wie diese Gespanne gefahren werden. Da nimmt niemand den Beiwagen in der Kurve hoch oder dreht ungeduldig am Gasgriff! Auch ist es auf den hiesigen Straßen völlig unerheblich, ob die Räder nun rund sind oder nicht - und die Spritzdecke ist nicht da, um den Beiwagen vor dem Eindringen von Regenwasser zu schützen, sondern den Passagier vor Straßendreck. Der eingefleischte  Beifahrer hält nämlich die Decke mit einer Hand über die Nase, bis unter die Augen....
Wir beginnen Verständnis dafür zu entwickeln, warum es wohl russischen Gespannherstellern häufig schwer fällt, unsere europäischen Forderungen zu verstehen.....

Nach dem Mittagessen fährt uns Johann herum. Wir sehen das URAL-Werk von außen, besuchen eine KFZ-Werkstatt, in der gerade einige Cross-Dreiräder großteils auf Ural-Basis für das Rennen zu Ehren des Geburtstags von Iogana Schwarza (=Johann Schwarz) am nächsten Tag hergerichtet werden und lernen, dass es auch in Rußland eine "TÜV"-Stelle gibt, an der gerade ca. 30 Gespanne und haufenweise Autos auf ihre Prüfung warten. Diese technische Überprüfung muss einmal pro Jahr durchgeführt werden und wird in den Fahrzeugpapieren quittiert.

Für Montag ist der Besuchstag im Ural-Werk angesagt. An diesem Morgen trauen wir unseren Augen kaum, als wir zum Fenster hinausblicken. Der Boden ist schneebedeckt und es ist eisig kalt, was unsere Laune in keinster Weise beeinträchtigt....

Und hier gibt's nun Bilder und Beschreibungen vom


vorort in Irbit. Ein unvergessliches Erlebnis....

Brett-ef-tech-logo
Anmerkung: Text: ef-tech, Bildmaterial teilweise der Reiseteilnehmer

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